Wie man in den letzten Jahren häufig aus den Medien
entnehmen konnte, hat der Einbruch des digitalen Zeitalters
schwerwiegende Folgen für den Musikmarkt gehabt.
Dies resultierte zunächst aus den rapide sinkenden
Verkaufszahlen der Plattenfirmen. Seit der Geburtsstunde
des “MP3’s” am Fraunhofer Institut und dem in 1987 ersten
im MP3 Format gespeicherten Songs “Tom’s Diner”
von Suzanne Vega hat die Verbreitung und Vervielfältigung
dieses Musikformats bis heute kein Ende genommen.
Gegenwärtig wird einem im Radio zum Titel und dem Namen
des Interpreten des gespielten Stückes, üblicherweise
der Link zur Onlineplattform auf der man das Stück
als MP3 downloaden kann genannt. Gegebenenfalls wird hier
noch ein Gutschein oder ein Coupon zum Downloaden
von einigen Songs der angebotenen Auswahl beigefügt.
Durch Einführung solcher Plattformen und einem Haufen
von Urheberrechtsklagen, wurden die durch illegale
Downloadplattformen wie das im Jahre 2000,
von dem damals 19-jährigen Shawn Fanning programmierte
“Napster”, massiven Verkaufseinbrüche deutlich eingegrenzt.
Nichtsdestotrotz gibt es noch weitere Schattenseiten
der Modernisierung des Musikmarktes.
So hat die Art und Weise, wie Musik im Jahr 2010 konsumiert
wird im Vergleich zu Heute einiges an Leidenschaft
einbüßen müssen. Um diese Situation zu verstehen
muss man sich an alte Zeiten zurückerinnern.
An Zeiten in denen Schallplatten, die mit häufig aufwendig
gestalteten Plattencovern schnell zu Sammlerstücken
werden konnten, an die Zeit in der man seine Lieblingssongs
in einer liebevoll selbstenworfenen Gesamtkomposition auf Kassetten,
die man häufig sogar als Liebesbeweis verschenken konnte,
festgehalten wurden, bis hin zum Vormarsch der Audio-CDs
in den Neunzigern. Eines hatten diese Musikformate
immer gemeinsam. Es gehörte eine gewisse Bemühung dazu sich
diese Musik anzueignen. Durch diese Bemühung hatte jeder
gekaufte Song direkt einen gewissen Stellenwert für den Käufer,
der mit dem heutigen Anhäufen von riesigen Datensammlungen,
so gut wie verschwunden ist. Durch die wachsende Portabilität
und immer größer und günstiger werdenenden Speichermedien
ist ein regelrechtes Wettrüsten riesiger Musiksammlungen
im Mp3 Format entstanden. Ein weiteres, oft diskutiertes Thema,
dass ich hier nicht weiter vertiefen werde, ist der Verlust
der Klangqualität durch Überkomprimierung sowie
dem Wechsel der Abspielgeräte von Hifi Anlagen, Walkmans
und Ghettoblastern, hin zu Laptop oder Handylautsprechern.
So zerstörte das MP3 im letzen Jahrzehnt
die Liebe zur klanglichen Perfektion.
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